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state of mine …

Also oute ich mich mal: ich gehöre zu dem 1/4  der sonntäglichen Nichtwähler. Den Bundeswahlkampftag habe ich regressiv im Bett verbracht, halb schlafend, halb die letzten Episoden der 1. Staffel Blue Bloods intravenierend: bei dieser Art  American Crime TV Series ist der Aspekt der Wiederholung gewisser dramaturgischer Elemente interessanter als die eigentliche Storyline : wenn sich dann am Ende fast jeder BBFolge generationsübergreifend alle Familienmitglieder kommunikativ at the lunch table einfinden, -oft geht es da um Polizeiarbeit (wobei die jüngsten Abkömmlinge meist staunend den campfire tales der Stammesältesten lauschen)-, dann ist das schon ziemlich tribal-specific und irgendwie auch waltons:ing.

Nicht Wählen geht gar nicht?! Klar, geht, sogar sehr gut und ohne schlechtes Gewissen zu haben. Allerdings mit  ansteigender Aggression (aber die habe ich grundsätzlich, wenn ich an Politik, vor allem an deutsche Politik, denke). Wer nicht dabei war, darf sich auch nicht über das Ergebnis beschweren? Oh doch! Umso mehr, weil derjenige (also ich) in den letzten Jahren immer wieder mal dabei war, nicht gutgläubig, aber immerhin als Staatsbürger zwei Kreuze auf dem Wahlzettel machte, und da schon Unmut aufkam,  denn die ballots waren protzige Faltblätter, so stadtplangroß und dummyhaft, dass es einem allein deshalb schwerfiel, die ganze Aktion überhaupt ernst zu nehmen (aus diesem und anderen Gründen musste ich mehr als einmal einen Wahlzettel ungültig machen: eines meiner damaligen KindergartenalterKinder durfte ihn dann noch mit ein paar zusätzlichen Kreuzen verschönern).

Sowieso: im Wahlkampf wird mit immer gleichen Methoden gearbeitet: es wird verstärkt gefaked, verunglimpft und vergelogen … eine Show der Eitelkeiten, eine Darbietung schlaffer, längst bekannter Zaubertricks: Es ging auch diesmal nicht wirklich um Inhalte, Von Anfang an war es ein choreografiertes ZweipersonenStück mit ungleich verteilten Rollen. Ohne große Überraschungen. Manchmal ein paar Statisten, die sich auf offener Bühne guillotiniert haben.

Profilarme, fast deckungsgleiche Manifeste der Hauptakteure. Andere, potentiellee Volksvertreter und deren Programme: so abseitig und in sich inkohärent, dass sie dadurch für mich unwählbar sind.

Zu gern hätte ich einmal, nur ein einziges Mal, bei diesem im Nachhinein als triumphalen Showdown gefeierten Duell einen WowYeahWTFMoment erleben mögen. Einen Moment wider der allgemeinen Leidenschaftslosigkeit & politischen Berechenbarkeit, voller Radikalität, mit blutenden Nasen und derangierten Herzen.

In meinem Langzeitgedächtnis bleiben da höchstens Angela M.s necklace(s) und Steinbrücks FuckOffGeste [und der Plakatwald, durch den ich jeden Tag Slalom fuhr: einige Werbeflächen waren extrem verkehrsbehindernd aufgestellt] , wobei mir seine dabei entgleiste Mimik weitaus fragwürdiger vorkam als die vermeintliche Botschaft. Wenn dieser Mann sich schon so ins Licht setzt, welches Kompetenzteam steht dann erst in seinem Schatten ?!

Laut, schrill, schräg: Jonathan Meese bzw. seine Konzeption [„Diktatur der Kunst: versachlichte Führung“] könnte eine Alternative zu dieser Parteienlandschaft  sein [er selbst sieht sich ja stark anti-politisch], wäre da nicht die NaziSymbolik, die er dreist und nicht unbedingt gesinnungsfrei verwendet.

Auch so ein Thema: Rechtspopulismus. Aber lassen wir das.

Eigentlich wollte ich ja in diesem post über meinen Status als Mensch (really?) und vor allem Kopfmensch (the brain: meine neurotische Spielwiese) schreiben. Angesichts der momentan immer herbstlicher werdenden Außenwelt geht es mir doch noch irgendwie okay. Ich schlafe sehr viel, habe verstörende Träume, dämmere und deprimiere so vor mich hin,  und bin den Rest des Tages über ein planwirtschaftlich funktionierendes Wesen. Es gibt mehr blinde Flecken als Lichtblicke, aber auch das ist in Ordnung. Ich bin eben immer an der Schwelle zu Irgendwas und trotzdem noch nicht ganz razor’s-edged. Meine Blutwerte sind vermutlich im Normbereich, mein Puls unregelmäßig mäßig.

Was sonst noch so passierte: Alice ist wieder liiert (inoffiziell verheiratet), unsere Tochter studiert auf der Fachakademie Sozialpädagogik, macht so ganz nebenbei ihren Führerschein, unser Sohn dagegen wird immer nerdiger und irgendwie auch einzelbegabter;  ich besitze nun trotz gleichgebliebener Sehstärke eine neue Brille and a few new clothes; der Bücherumzug wurde aufgrund Vermüllung aka Platzmangel meinerseits auf unbestimmte Zeit verschoben; der Call Center Job bietet neue, männliche Konkurrenz: nach Harald und Matthias nun also Richard (selbstverständlich ein Pseudonym), dem ich dann aber wahrscheinlich noch einen eigenen post widme.

and so on …

Theoretisch: I’m on the move.

Praktisch: Stillstand, wo immer ich auch bin und sein werde.

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Über midlifelover

.....++++***** ??? !!!

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