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Tag X

„Ich mag Freitag, den 13.„, sagte Richard heute morgen lächelnd zu mir. Wobei er heute  eigentlich besonders abergläubisch sein sollte. Die Spannungen im Team sind unübersehbar. Er fühlt sich „massiv und ungerechtfertigt gedemütigt“ (vor allem von der Teamleiterin), schläft nachts schlecht. Syptome eines typischen MobbingOpfers. Und doch versucht er alles, um zu  aufzufallen. Und (bestimmten Menschen) zu gefallen, u. a. mir. Heute morgen begrüßte er mich mit einem demonstrativen „Hallo, lieber Frank!„, und hat dann einen etwas sehr einnehmenden, leidenden Blick drauf, so als wäre ich so etwas wie ein Verbündeter, was mir gleich den Magen umdrehte.

Leider ist es so, dass ich nicht ganz unsichtbar sein kann, und mich in den letzten Monaten auch dummerweise irgendwie arrangiert habe, um mich trotz aller inneren Widerstände  als außenseitiges Teammitglied  dazugehörig zu zeigen: ja, ich habe Kompromisse gemacht, und mittlerweile läuft dieser meist nonverbale Kommunikation auch ganz gut, und ab und zu muss ich auch meine Antipathie loswerden (Richard hat eine besonders fragwürdige Art des Telefonierens, die mich -auch wenn ich versuche, wegzuhören,- aufregt). Seine ganz bestimmte Art des Anbiederns, (gegen die ich allergisch bin),indem ich (für ihn nicht sichtbar) missbilligend mit dem Kopf schüttel, z.B.

Das Schlimme ist, dass ich mich so nicht kenne. Und mich zutiefst hasse und schäme für dieses Verhalten. Diese Position, die ich eingenommen habe, diese merkwürdige Parteilichkeit  (die wahrscheinlich doch nur nach außen hin getragene Panik ist, „teilnehmen zu müssen„, eben dieses betwixt & between) , und vor allem -nachdem ich es ja geschafft habe, mich von dieser Meute zu distanzieren, folge ich doch in gewisser Weise wieder diesem idiotischen Herdentrieb.

Ich muss mich wieder abgrenzen, Rolle rückwärts, und so sehe ich den heutigen Abend mit angstvoller Gelassenheit entgegen: weihnachtliche BetriebsfressOrgie. Inmitten in der sowieso schon Amok laufenden ChistkindlesmarktsZombies.

Ich muss mich wieder an meine alten Lügen erinnern, muss versuchen, parteilos zu bleiben, mich zu verstecken,zu schweigen. Und das wird nur halbwegs gelingen, wenn ich mich so beschäftigt mit Essen und Trinken zeige, dass mich niemand wagt, dabei zu stören (diese Methode klappt aber garantiert nicht). Seit über einer Woche arbeite ich konsequent auf dieses Ereignis hin: kann an nichts anderes denken und habe mich so gut es geht aus:gehungert  (und bin immer noch viel zu fett!).

Alle werden da sein. Die Geschäftsführer. (Außen)Mitarbeiter. Kunden. Über 80 Personen.

Ich will nicht mehr. Ich kann nicht mehr.

Massaker. 

[aus diesem Anlass: heute keine Klappe]

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Über midlifelover

.....++++***** ??? !!!

2 Antworten zu “Tag X

  1. Lautete der Text vor einem Jahr nicht ähnlich, oder gleich…?…hm… besonders die letzten Zeilen?

    Oh du fröhliche(r)… 🙂

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