im zweifel

dort, wo dein herz ist

aus naher entfernung

schon tausendfach getroffen, prä-mortem

ein bull’s eye,

um millimeter verfehlt

ein abgefederter schmerz,

tränen reich, heute

so wie ich, ein neuer wirkstoff:

kalt erhaben schweigsam

glut getäuschter ausgeglichenheit:

unsere flammen, aufeinander geworfen

du bist mein brigadier (anker, lichtung, burg und tod)

was ich dir sagen kann, ist nicht das, was ich dir sage

alles, was ich fühle sind ausgewilderte zeichen, unter wasser

als seelenmessgerät ein kompass ohne namen,

in deinen händen ein geschenk, zerschossene worte,

eine bonbonniere, gefüllt mit langweiligkeit,

du bist das messer, im wüstensand,

ich die auster, ganz weit, da draußen.

wo haben wir uns gefunden,

vielleicht ein ort, an dem wir uns auch verlieren,

liegt ein wunsch,

irgendwo ein teil von uns,

begraben.

metapolis

 

schlagt mit euren herzen

kerben in die vergessene stadt

haltet ein, atmet, schweigt

geht weiter, wartet

werft falsche fährten

lehnt euch gegen den wind

tausend stunden lang

ein tag, und noch ein jahr

 

glaubt an das alles, weil das nichts

aus schwarz weiß radiert

doch immer schwarz bleibt

zementiert

euren mut

bildet die quintessenz

dessen, was ihr mal freiheit nanntet

blickt nie zurück

pflanzt inseln

neue orte und

gebt ihren eure namen.

making-off …

 

warum diese in silberpapier

eingewickelten gedanken

nur schwer wiegend sanft

unterm gaumen

from time to time:

widersprüche ausblutend

sagen sie dir nicht

lass das projektil in herznähe

damit du dich erinnern kannst

an zeiten, die dich

verzerrt und glücklich

so voller sein

täuschten//

was du hast und wer du bist

was du willst und wohin du auch

gehst oder ohne weg einfach mal

stehen bleibst,

über dir und unter dir

rückwärts ausgezählter atem

neben dir

mit verfälschtem reim

jeweils noch du.

verkrustete angst, in einem nest,

das sie dir gebaut haben

aus dem du nun entwächst

es reißt und von allen seiten dringt

wasser/ ein erfundener sturm:

du bist wie wir

unberührbar

flüstern sie dir ein

du bleibst

wenn am letzten ende,

diese eine frage

was ist schon reue

keine transmission

 

eine kristallisation

ein unverdauter

haarballen,

ein licht, das

plötzlich da ist

und angesichts

der ewigkeit

genauso plötzlich

entglimmt:

the choice is yours,

always//

a lie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

fremde/ freunde …

die vorstellung

dass etwas zuklappt
ein buch eine tür
in oder hinter dir
wörter verschwinden

lässt

unbekannte plötzlich
links und rechts

als freunde auftauchen

vortäuschen

dir die traurigkeit aus
dem gesicht zu schlagen

sie sagen
sie wollen

dich aus dem lachen bringen
deine anker brechen
deine sprache kreuzen

so dass

du sie irgendwann
verlegst

ob du sie jemals
wiederfindest

[der augenblick
der sie überschattet
ist es wert
in vergessenheit
zu geraten]