Zukunft in einer besseren Welt ohne Gewichtsprobleme …

1. Welcome to Life …

2.[Re]Watched: L’autre mondeZodiac, Rabbit Hole, El laberinto del faunoIn einer besseren Welt, Unthinkable, Rosewood Lane, Stieg Larsson Vergebung, Little FockersThirteen La Tête en frichel

3. Was mir aufgefallen ist: in meinen letzten drei Gedichten kommt überprüfbar das Wort „Zukunft“ vor, zwar in einem jeweils anderen Kontext, und ohne wissentlich bei mir selbst abgeschrieben zu haben. Somit befasse ich mich also zumindest theoretisch irgendwie mit so etwas wie dem Gedanken an ein Weiter, an ein weiter entferntes Jetzt. Aber immer, wenn ich an Zukunft denke, fällt mir nur  Leonard Cohen ein: „I’ve seen the future, brother: it is murderoder  das eher lässig und unbestimmt bleibende Doris Day Bekenntnis …

4. Am Tag, als Matana Roberts & Carla B. im Nürnberger K4 auftraten, hatte Wallis Bird ein ZDF.bauhaus Konzert. Ich würde  ja gerne an solch unbeabsichtigte Zufälle glauben. Naja, wenigstens hatte ich dadurch Gelegenheit, mir nochmals ihren Auftritt im MUZ Club ins Gedächtnis zu rufen. Obwohl die unmittelbare Live Atmosphäre bei so einem TVtechnischen Ereignis  natürlich völlig verloren geht.  Besonders ärgerlich, dass von dem vor einer Woche noch abrufbaren, 60minütigen Konzertmitschnitt nur noch ein Song und ein halbwertiges Interview übrig geblieben sind [oder on demand erhältlich ?].

5. Lese ich gerade und bin pretty stunned: Portia de Rossi Das schwere Los der Leichtigkeit: Vom Kampf mit dem eigenen Körper 
 “ Die Diät war ganz einfach. Seit der Vorbereitung auf meine erste Modenschau führte ich sie sechs- bis achtmal pro Jahr durch. Anstatt 1000 Kalorien, wie für Frauen mit Gewichtsproblemen empfohlen, aß ich 1000 Joule. Schließlich war ich Australierin, und ins metrische System zu wechseln erschien mir von daher nur recht und billig. Es war ein Zahlenspiel, das ich für witzig hielt.“

6.  Stell dir vor, es ist Filmfestzeit und es sind  mal wieder nur Männer eingeladen …

7. Und stell dir außerdem vor, es gäbe eine neue HBO Serie, die in New York spielt, und in der bisher ausschließlich  white, middle-class girls vorkommen …

via mthrfnkr

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Serge, Somuncu, Soap & Skin …

Nach 4 Tagen des:isolierter Kommunikationslosigkeit fiel es mir schwer, mich heute wieder an den Telefonjob zu gewöhnen. Zum Glück waren urlaubsbedingt nur die Teamchefin und Matthias da (allerdings reichten diese 2, um mich an den Rand der Verzweiflung zu bringen: Matthias nennt unsere Kunden immer „Herrschaften“ (ich wollte ihn mal fragen, ob er auch „Frauschaften“ kennt, ließ es dann aber doch, weil ich mir nicht sicher bin, ob er mich verstehen würde und vor allem, ob das nicht eine ernsthafte Unterhaltung einleiten würde, der ich dann wieder nicht gewachsen wäre:  conditional clause).

Ok.

Als Listenmensch habe ich mal wieder eine kleine Zusammenstellung meiner derzeitigen e[r]gotherapy. Eigentlich sind es fast nur visuelle Beschäftigungen, denen ich nachgehe, wenn ich mal nicht schlafe …

1. Re:Watched:  The Good Night, Fracture, DeadHeads, Tamara Drewe, From Paris with Love,Couples Retreat, Whitechapel, Un prophète, Doubt.

2. Humor muss weh tun. Also Serdar Somuncu.  Sagte ich, glaube ich schon mal: der einzige Comedian, der meinem versteckten Sarkasmus entgegen kommt. Ansonsten kann ich mit Spaßdarstellern und sonstigen Humoristen wenig anfangen. Finde ich nie so lustig wie eben diese rückhaltlos verbalen & über gesellschaftliche Schmerzgrenzen hinweg gesetzten Tiefschläge von Somuncu.  Nichts und niemand ist gegen ihn sicher.

„Alles ist transparent, alles ist gegenwärtig …“

Leider nur als auditiven full stream.

Und zum Schluss (auch falls ich es schon mal gebloggt haben sollte) noch ein außerhalb der damals tagesaktuellen Problematik hinaus sehenswerter Ausschnitt aus einer Markus:Lanz (ich weiß: als Moderator und vielleicht als Mensch eine Totalkatastrophe):Gesprächsrunde, in der es vordergründig um Integration, insbesondere um Sarrazin ging;  Somuncu geht im Laufe der Diskussion dann aber auf seine Arbeit als Kabarettist ein: seine „Mein Kampf“ Lesungen in Schulen, Theatern und ehemaligen Konzentrationslagern.

3. Auch wenn die Anmoderation ziemlich reißerisch daherkommt, dafür gibt es fast anderthalb Stunden Serge Gainsbourg satt: Selbst:Interview[s], Ausschnitte aus seinen LiveKonzerten, etc. ; für Nichtfranzosen leider ohne Untertitel.

4. Hätte ich sowas wie einen day planner, würde ich mir 20 Juli 2012 rotgrünblau markieren:

5.  Tomorrow evening: Soap & Skin. Irgendwie kann ich das noch gar nicht glauben …

Paris, Drive & Lithium …

1. Re:watched: Tucker & Dale vs Evil; Flash of Genius; Nachtblende[L’Homme qui voulait vivre sa vie]/ Dans Paris; Resident Evil: Afterlife; 22 Bullets; Drive; The Wackness; Sherlock 2. Staffel

2. Gekauft: Concert Ticket für Matana Roberts + Carla Bozulich feat. John Eichenseer.

3. Middlesex war herausragend, aber mit The Marriage Plot/ Die Liebeshandlung hat Jeffrey Eugenides erneut bewiesen, zu welcher Meisterschaft er fähig ist. Das ganze Buch ist voll von Sätzen wie diesen:

„Als die Sommerbesucher allmählich abreisten und es kälter wurde, steigerte sich die Reinheit der Landschaft noch. Die Dünen nahmen einen zum Himmel passenden Grauton an. Die Tage wurden spürbar kürzer. Es war die perfekte Umgebung für eine Depression. Es war dunkel, wenn Leonard morgens aufstand, und dunkel, wenn er abends aus dem Labor nach Hause kam. Sein Hals war so dick, dass er seine Hemdkragen nicht mehr zuknöpfen konnte. Der Beweis, dass Lithium stimmungsstabilisierend wirkte, wurde dadurch erbracht, dass er sich nicht jedes Mal umbrachte, wenn er sich nackt im Spiegel sah. Gewollt hätte er es schon. Jedenfalls meinte er, er hätte allen Grund dazu. Doch er konnte den erforderlichen Selbsthass nicht aufbringen.“

4.  “ Worte können sein wie winzige Arsendosen: sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da.“  Victor Klemperer

5.  The streets, the cars, the inner loneliness . Drive ist genauso fantastisch wie sein Soundtrack. Very 80’s. Absolut empfehlenswert.

Spex, Bulimie [trigger*], chucks and a brandnew song …

1.

Changing of the guard: bis jetzt war SPEX für mich immer die uneingeschränkte Alternative zu RS oder Musikexpress [obwohl ich beide Magazine einigermaßen gerne und regelmäßig lese, bekomme ich immer ein schlechtes Gewissen: Springer Presse und so],  den groß angekündigten Wechsel in der ersten Reihe dieser Zeitschrift sehe ich jedoch äußerst skeptisch entgegen. Wenn sich der designierte Chefredakteur Torsten Groß  öffentlich dazu äußert, SPEX massentauglicher zu gestalten, und sich diesbezüglich auch Bruce Springsteen auf dem Cover vorstellen kann, dann kommen mir doch Zweifel, ob der Mann für diesen Posten nicht ein bisschen zu unterqualifiziert ist. Und wenn Groß nach seinem verstörenden Spiegel:Interview nun online auf der SPEX:Homepage eine Art Gegendarstellung veröffentlicht, ist das nicht minder irritierend. Aber naja: mal sehen, wie sich der Wachwechsel dann tatsächlich auf das Heft und die jeweiligen Themenschwerpunkte [vor allem Literatur und Film: wer würde wohl zukünftig einen vollständigen, ein-gedeutschten David:Foster:Wallace:Text vorabdrucken?!]  auswirkt.

Dieser trash bag P:Artikel sollte übrigens schon vor ein paar Tagen erscheinen, aber wie das bei mir immer wieder mal vorkommt: I dropped it ]

2.

Ebenso habe ich Cornelia Travniceks‘  Insider Report gedropped, der inzwischen wahrscheinlich auch schon über eine Woche alt  ist:  sie schreibt über die Leipziger Buchmesse, Eigenbuchpromotion, LitCologne und was sonst so hinter den Literaturbetriebskulissen passiert. Hab ich überhaupt schon erwähnt, dass ihr Euch unbedingt  ihren DebutRoman besorgen [und mir dann Eure Leseerlebnisse schildern] müsst ?

3.
 
[Re]Watched:  Man on the ledge, Everybody’s fine,  [ich freue mich unwahrscheinlich auf DeNiro’s nächsten Film: Red Lights] , Marley, Frost/Nixon, God bless America, Taken, Enter Nowhere, Switch. Und die 03/03 The Big C Episode +  die aktuellen Folgen von Awake. Aber natürlich keine TV[DVD]Überdosis an einem einzigen Tag, sondern über Wochen verteilt.

4.

Unter Palmen: Glen Hansard [Once] hat einen neuen Song, der mich gesangstechnisch irgendwie an Van Morrison erinnert, for whatever reason:

5.

Kunst als Provokation? Und ist es überhaupt Kunst [und was ist Kunst überhaupt] ? Oder nur leere Provokation? Vor ungefähr 2 Jahren erschien ein Video, in dem eine junge Frau immer wieder ihre Finger in den Hals steckt und daraufhin jedes Mal erbricht;  neben ihr  sitzt ein Mann (von dem wir nur den Oberkörper sehen können), der scheinbar unbeeindruckt an einer Tafel Schokolade isst. Ein Clip, der, wenn man ihn querliest, den Zustand der Welt offenlegt: diese Kluft zwischen Wahnsinn und angepasster Realität. Not for the faint-hearted jedenfalls:

6.

“Don’t play what’s there, play what’s not there.” Miles Davis