im zweifel

dort, wo dein herz ist

aus naher entfernung

schon tausendfach getroffen, prä-mortem

ein bull’s eye,

um millimeter verfehlt

ein abgefederter schmerz,

tränen reich, heute

so wie ich, ein neuer wirkstoff:

kalt erhaben schweigsam

glut getäuschter ausgeglichenheit:

unsere flammen, aufeinander geworfen

du bist mein brigadier (anker, lichtung, burg und tod)

was ich dir sagen kann, ist nicht das, was ich dir sage

alles, was ich fühle sind ausgewilderte zeichen, unter wasser

als seelenmessgerät ein kompass ohne namen,

in deinen händen ein geschenk, zerschossene worte,

eine bonbonniere, gefüllt mit langweiligkeit,

du bist das messer, im wüstensand,

ich die auster, ganz weit, da draußen.

wo haben wir uns gefunden,

vielleicht ein ort, an dem wir uns auch verlieren,

liegt ein wunsch,

irgendwo ein teil von uns,

begraben.

making-off …

 

warum diese in silberpapier

eingewickelten gedanken

nur schwer wiegend sanft

unterm gaumen

from time to time:

widersprüche ausblutend

sagen sie dir nicht

lass das projektil in herznähe

damit du dich erinnern kannst

an zeiten, die dich

verzerrt und glücklich

so voller sein

täuschten//

was du hast und wer du bist

was du willst und wohin du auch

gehst oder ohne weg einfach mal

stehen bleibst,

über dir und unter dir

rückwärts ausgezählter atem

neben dir

mit verfälschtem reim

jeweils noch du.

verkrustete angst, in einem nest,

das sie dir gebaut haben

aus dem du nun entwächst

es reißt und von allen seiten dringt

wasser/ ein erfundener sturm:

du bist wie wir

unberührbar

flüstern sie dir ein

du bleibst

wenn am letzten ende,

diese eine frage

was ist schon reue

keine transmission

 

eine kristallisation

ein unverdauter

haarballen,

ein licht, das

plötzlich da ist

und angesichts

der ewigkeit

genauso plötzlich

entglimmt:

the choice is yours,

always//

a lie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ne te quitte pas …

bist du die schlange

die sich ihren eigenen schwanz

und dabei ihre lunge

ihren magen

langsam und genüsslich

ihre leber, ihr leben

sich selbst frisst

 

oder ein offener kreis

ein krisenherd

eine landebahn,

die meiste zeit

doch du rechnest nicht in jahren

in jahrhunderten

zugeschneit:

viele wege

die nicht  zur hölle führen

zu viele götter mit fremden zungen

heulen und ketten sich an dein ich

 

das leben ein karton, ein killer-sudoku

rubik’s cube die welt in der du dich

verlaufen hast:

du springst über seile, dächer, durch brennende reifen

zu dir, an den äußersten rand

vor und vor

 

du bist lot und lots frau

hermaphroditos

drehst dich wieder um

lehnst dich ans meer, führst dein spiegelbild

wie ein schweres  schwert, das du nicht mehr

kämpfst, taumelst, ein glücksgeschwür

von schwindel befallen …

 

ist das blut ?