cher[r]ish …

Irgendwann setzt sich die Welt nur noch aus den Farben Rot, Grün und Blau zusammen. Und nach 2 intensiven Wochenend-Tagen, die man mit Pflücken und Nichtpflücken reifer, sehr reifer, aufgeplatzter, blassroter, zu kleiner (nicht in die genossenschaftlich-vorgeschriebenen Formate der Sortierschablone passenden) und prächtiger, übergroßer Kirschen verbringt, ist (fast) Alles noch ein bisschen röter, runder und egaler. Das Universum schrumpft zu einer kleinen, kernhaltigen Masse. Man is(s)t so unglaublich vertieft. Das teilweise Schweigen der Anderen (Erntehelfer/Freunde/family members) passt sich der eigenen Gedankenleere an, kollektive Entspannungstherapie quasi, die nur vom Summen gieriger Insekten begleitet wird. 35° Celsius and more. Aber wozu gibt es Sonnenspray (sic!) und gekühltes bis lauwarmes Mineralwasser. Und so pflückt und flieht man … bis man so durchmeditiert ist, dass einem der Schweiß aus allen Poren bricht. Und es Zeit wird, aus der senkrechten Haltung (meist gestreckter Haltung, weil man ja auch an die höchstgewachsenen Früchte will; Hilfsmittel: 4 bis 5 Meter hohe Alu-Leitern, aber so todesmutig war ich dann doch nicht) in eine horizontale Lage wechseln will, also entweder Hängematte oder Freibad (seit gefühlt 3 Jahren wieder in einem öffentlichen Swimmingpool zu sein, ist ein historisch zweifelhafter Moment) …

Ein paar (Handy)Fotos, die aufgrund schlechter Qualität nur Beweischarakter haben: das letzte Bild stellt tatsächlich ein Zwergkaninchen dar, das nur den Eindruck erweckt, friedlich vor sich hin zu mümmeln, in Wirklichkeit aber genauso lebhaft wie streichelzart war:


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4-3-2-1

Insgesamt war es ein sehr [ent]spannender Abend. Es wurde nicht nur Scrabble gespielt, gelacht, gegessen, getrunken, geredet, sondern auch gelüschert.

Was sich anhört wie norddeutscher Slang ist ein ziemlich interessanter psychosozialer Test  und heißt im Fachjargon  Lüscher-Color-Diagnostik. Basierend auf der eigentlich gar nicht so abwegigen Überzeugung, dass Farben gewissen menschlichen Seelenzuständen zuzuordnen sind. Alles in allem eine sehr komplexer und genaue Methode, innere Befindlichkeiten zu messen.

Anfangs hat mich das Ganze an Kartenlegen erinnert, aber im Laufe des Tests habe ich dann gemerkt, dass es nichts mit Ausblick (in die eventuelle Zukunft), sondern mit Einblick (in meine Psyche) zu tun hat.

Reinholds Freundin, die diesen Test mit mir durchführte, hat mir alles sehr genau und professionell erklären können.

Eine gute Einführung in die Thematik  dieser Farbanalyse gibt es von Lüscher selbst:

Im Video wirkt er wie ein sympatischer Klon von Thomas Bernhard und Bruno Ganz. Überhaupt nicht missionierend und (was ich zugegeben vermutete: un peu) esoterisch,  am Ende erfreulicherweise etwas selbstironisch.

Ok. Es hat sich jedenfalls herausgestellt, dass ich eher der direktive Charakter bin,  und auch im gewissen Umfang intolerant.  Was mir zwar gar nicht passt, aber vielleicht dennoch zutrifft. Ich solle (und somit eine Art TherapieEmpfehlung) kritischer mit anderen Leuten umgehen und auch öfter  meine eigene Meinung vertreten. Also in der Interaktion noch etwas gefestigter und unangepasster werden.

Darüber muss ich jetzt nachdenken. Und versuchen, das Ergebnis auch irgendwie tätlich umzusetzen.

4-3-2-1 ist übrigens mein persönlicher Lüscher_Diagnose_Code. So nenn ich das jetzt mal.

Es kann sein, dass ich später noch mehr zu diesem Abend schreibe, zumindest noch ein oder zwei Fragmente liefere.

play up!

Noch sitze (okay, liege) ich hier phlegmatisch und unvorbereitet rum, obwohl ich in einer halben Stunde einen Termin habe. Ich treffe mich mit Reinhold, my old and best friend. Was allein ja schon außergewöhnlich genug ist, denn er wohnt normalerweise dort und ich hier. Uns trennen also nur so 700 bis 800 km Lustfstrecke und ein kleiner See.

Ein- oder zweimal im Jahr schafft Reinhold es, diese Strecke zurückzulegen (ich bin monetär unmotiviert). Heute ist jedoch einer dieser Tage, an denen wir uns sehen können.

Yeah, Reinhold’s back in town.

Und wir treffen uns – was auch nicht sooo außergewöhnlich ist-, in einem Café. Das was wirklich bedeutend ist, ist, dass wir dort einen privaten SpieleAbend veranstalten werden. Neben Reinhold und seiner Freundin wird auch noch weiterer Mitspieler (den ich auch gut kenne) anwesend sein.

Das wird mein erster öffentlicher Spieleabend (also an einem öffentlichen Ort).

Aber Reinhold wäre nicht Reinhold, wenn er nicht noch ein paar Asse im Ärmel hätte. Das erste Mal ruft er mich an, ob ich mich heute mit ihm und den Anderen in diesem Café treffen wolle. Und dann, ein paar Minuten später, um zu fragen, ob ich einen Duden habe und mitbringen könne. Duden deshalb, weil wir Scrabble spielen werden:

„Ähm, klar hab ich sowas. Aber du musst dir bewusst sein, dass dieser Duden ziemlich angeberisch wirken kann. Ist außerdem schwer und sieht aus wie ’ne Bibel. Goldene Buchststaben auf dem Cover.“

“ Nee, bring bitte mit.“

Und somit werde ich als bestens ausgerüstet, mich auf dem Weg machen. Dieses etwas peinlich auffällige und protzige Nachschlagewerk im Gepäck …

just another piece of music …

Bis vor ein paar Stunden habe ich noch brav Tom Waits gehört [von dem es ja auch bald wieder was Neues gibt]. Aber seine musikalische Anziehungskraft ist inzwischen auch arg verblasst. Waits erinnert mich immer an dunkle, nicht enden wollende Herbsttage und an Reinhold. Wir hatten da unsere Phasen … exzessiven Hörens und AllesWaitsArtigeGutFindens. Wir waren sogar mal betrunken in einer NachmittagsVorstellung von Big Time [immer noch sehenswert, finde ich]. KonzertFilme haben es bei mir schwer.  Außer den ScorseseStonesFilm gäbe es lediglich noch Talking Heads‘  „Stop Making Sense“ (selbst den hab ich nur ausschnittsweise gesehen).

Jedenfalls bin ich jetzt zu A. Banks  rübergezappt. Eine 19jährige Rapperin aus NYC.

Ansonsten merke ich, dass meine Erkältung einen UTurn eingelegt hat. Mein Hals schmerzt wieder. Komische Schluckbeschwerden… könnten natürlich auch vom übermäßigen TeeKonsum kommen. Fast 2,5 Liter Ceylon-Assam am Tag wären durchaus in der Lage, meinen Hals trockenzulegen, denke ich.