cher[r]ish …

Irgendwann setzt sich die Welt nur noch aus den Farben Rot, Grün und Blau zusammen. Und nach 2 intensiven Wochenend-Tagen, die man mit Pflücken und Nichtpflücken reifer, sehr reifer, aufgeplatzter, blassroter, zu kleiner (nicht in die genossenschaftlich-vorgeschriebenen Formate der Sortierschablone passenden) und prächtiger, übergroßer Kirschen verbringt, ist (fast) Alles noch ein bisschen röter, runder und egaler. Das Universum schrumpft zu einer kleinen, kernhaltigen Masse. Man is(s)t so unglaublich vertieft. Das teilweise Schweigen der Anderen (Erntehelfer/Freunde/family members) passt sich der eigenen Gedankenleere an, kollektive Entspannungstherapie quasi, die nur vom Summen gieriger Insekten begleitet wird. 35° Celsius and more. Aber wozu gibt es Sonnenspray (sic!) und gekühltes bis lauwarmes Mineralwasser. Und so pflückt und flieht man … bis man so durchmeditiert ist, dass einem der Schweiß aus allen Poren bricht. Und es Zeit wird, aus der senkrechten Haltung (meist gestreckter Haltung, weil man ja auch an die höchstgewachsenen Früchte will; Hilfsmittel: 4 bis 5 Meter hohe Alu-Leitern, aber so todesmutig war ich dann doch nicht) in eine horizontale Lage wechseln will, also entweder Hängematte oder Freibad (seit gefühlt 3 Jahren wieder in einem öffentlichen Swimmingpool zu sein, ist ein historisch zweifelhafter Moment) …

Ein paar (Handy)Fotos, die aufgrund schlechter Qualität nur Beweischarakter haben: das letzte Bild stellt tatsächlich ein Zwergkaninchen dar, das nur den Eindruck erweckt, friedlich vor sich hin zu mümmeln, in Wirklichkeit aber genauso lebhaft wie streichelzart war:


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dis.or[ient]ation …

Arbeit ist anstrengend. Nicht_Arbeit auch. Weil ES aufrechterhalten werden muss, um jeden Preis. Mit ES ist alles gemeint, was mich in dem derzeitigen grenzwertigen, aber synchronisierten Zustand halten kann. Ich versuche enthaltsam zu sein, esse wenig, und immer das Gleiche (Gurken, Frischkäse, Vanille/Erdbeer/Ananas.Kokos-FruchtQuark), stelle mich in unregelmäßigen Abständen auf die Waage und feiere mich ungläubig selbst. Das letzte Mal (vor ca. 2 Wochen) waren es 65,3 kg. Und musste mich gleich mich einer Fressattake (Haribos und Schoc!kolade) belohnen. Seitdem stopfe ich alles, was sich hier finden lässt, in mich hinein, verdünne mein schlechtes Gewissen mit Unmengen black tea,  meide jede weitere Vermessung meines Körpers.

Meine Vereinsamung schreitet voran. Obwohl es Stunden gibt, in denen ich freundschaftlich vernetzt  etwas wie ein „So-könnte-es-also-sein“ spüre.

Wir sprechen viel. Und schweigen, wenn es zu viel wird. Stille fällt von den Bäumen. In der Sonne glänzen ihre frischen Narben, sie lacht, moi aussi. Wir sprechen über Normalität und Krankheit. Stundenlang. Immer wieder ein Begriff, der mir durch den Kopf schießt und den ich nicht auszusprechen wage, weil er so falsch und dann doch so richtig wäre: Menschenzoo. Ich, der Beobachter. Ich, der beobachtet werde. Ein klar umrissenes Terrain, in dem jede/r zur Ruhe kommen und  sein verstörtes Ich improvisieren kann. Ein Menschenspielezoo.

Wir sitzen auf einer Bank, sprechen, schweigen. Dann im Gras. Ich behaupte, dass sie eindeutig offener sei als ich. Ich oft nur zuhöre.

 

Sie lächelt, Dann stillschweigen wir.

Am Ende eine Umarmung, die sich wie ein Abschied anfühlt.

 

summer sadness [playlist august] …

Und gestern dann an einem anderen Ort, aus der Zeit gerissen. Hätte ich einen Soundtrack zu diesem Ort zusammenstellen müssen, sähe er ungefähr so aus:

Trans:real. In besonderer Weise gestört (in a good way).

Es sind die Menschen (EIN Mensch), die diesen Ort für ein paar Stunden zu einem perfekten Fluchtpunkt machte/n.

Jemand, der meine Einsamkeit absorbierte.

Es hat nichts mit dieser Jahreszeit zu tun. It could happen anytime, anywhere.

 

1. trellic – baxter dury

2. original sin – inxs

3. love – robyn hitchcock

4. i think it’s going to rain today – randy newman

5. giant – the the

6. mastermind – deltron 3030

7. the walls are coming down -fanfarlo

8.  anemone – brian jonestown massacre

9. the narcissist – dean blunt feat. inga copeland

10. time of eternity – king charles

11. meu amor marinheiro – carminho

12. all i want – joni mitchell

13. sabotage – beastie boys

14. what else is there – röyksopp feat. fever ray

15. indian sunset – elton john

 

cruel summer :: playlist june

Und wiedermal so ein monatlicher, musikalischer Rundumschlag, sidekick aus meiner Seele. Es hat sich nichts verändert, wieso und wodurch auch. Es ist nur ein paar Grad wärmer geworden, meine Depression (auch wenn es da keine gesicherte Diagnose gibt, nenn ich das jetzt mal so) schwimmt mit mir mit, in diesem trübem Gewässer der Agonie. Mal bin ich still, mal laut. Mal pocht es hinter den Schläfen und mal will ich mir einreden: yeah,geschafft! : almost dead. Dass es immer wieder weitergeht, dass dieses Rad nie zum Stillstand kommt, ist ein verfickt schlechtes Wunder.

Was vordergründig immer mitschwingt und mich überall begleitet sind Lieder, im Kopf/ Herz/Bauch, digital und analog, auf jeder Schmerzwellenlänge. Und auch wenn ich mehr als die Summe der unten stehenden Songs bin, kann man auch diesmal wieder einen Querschnitt meiner Psyche erhalten. Es ist auch diesmal wieder (fast) alles dabei: Reggae,Jazz, Soul, Blues, Leicht:sinniges, Filmmusik, Alternatives, Liedermacherisches (gibt’s da noch einen passenderen Begriff, jenseits deutscher Schlagermonotonie ?)

Na toll! Während ich diesen Artikel schrieb, hab ich geschätzt eine Viertel Tüte (ca 100 g) Marshmallows in mich hineingestopft, obwohl ich die eigentlich gar nicht  mag. 

Und ihr so? Eure favorite tunes ?  

 

1. strange things – john holt

2.  why must it always be this way – choir of the young believers

3. strong as death – al green

4. armour love – la roux

5. trouble in mind – lightnin‘ hopkins

6. black – kari kimmel

7. groovy people – low rawls

8. the hustle – van mccoy

9.  shadow of love – she and him

10.  love hangover – diana ross

11. elle avait les yeux couleur menthe a l’eau – eddy mitchell

12. sacrifice – björk

13. blinken am horizont – niels frevert

14. no moon at all – ann richards

15. mile end – pulp