Das fremde Meer [1]

Als Kind, als Jugendliche habe ich es gedacht, und jetzt denke ich es mehr denn je: Das Leben ist ein raues, ein stürmisches, ein gefährliches, ein unendlich weites, ein wildes, viele Geheimnisse und viele Gefahren und viele Riffe beherbergendes Meer. Und es gibt nicht viele milde Tage, und es gibt so viele Möglichkeiten, Schiffbruch zu erleiden. Und auf jeden Sturm folgt der nächste und auf jede Untiefe eine weitere. Und es ist eine Kunst, eine Herausforderung, eine unbedingte Notwendigkeit, jeden Tag und immer wieder aufs Neue nicht unterzugehen.

(Katharina Hartwell: Das fremde Meer, Berlin Verlag, 2013)

far too close …

komm näher, kommst du, etwas, rück in die schattenflut, nicht zu nah, aber dass ich dich sehen könnte, denn nur so: unausweichlich und die nacht zwischen uns bliebe:  dein mund, blass eingefädelte buchstabenschnüre, wohin:  was weiß ich über dich, deine welt ist ein verwaister thron, abgedunkelte zimmer, und fenster, könntest du sie öffnen:  nebel bepflanzte irrgärten, ein weißer ozean, der keinen winkel hinterlässt:  die herzzurschausteller irgendwo, ein henker, in der zweiten oder dritten reihe, noch nicht einmal ein schimmern, das nur dir gehört:  wenn ich nach dir greifen würde, wäre da zuletzt meine illusion, mein atem, vielleicht, kein hier und weder jetzt, wärest du neben mir, müsste ich dich zu ende gehen, weiter, jeder besinnung entfliehen.

summertime blues …

Man könnte es als Zeichen einer inneren Verschleppung (so wie ich alles hinauszögere) deuten: diese Liste meiner Sommerlieblingssongs, oder der Songs, die ich verstärkt höre und hörte, erst heute zu veröffentlichen (ein irreführendes Wort, das gleichzeitig etwas zutiefst Selbstgefälliges hat, mir fällt nur gerade kein besseres ein), und die ganze Wahrheit ist, dass ich an dieser Zusammenstellung seit über einem Monat bastle, von  verschiedensten Stimmungslagen gelähmt oder zumindest zeitweilig aus der Bahn geworfen. Schließlich fallen mir immer wieder neue Lieder ins Ohr, die sofort wieder neue Lieder gebären. Das hört gar nicht mehr auf in meinem Kopf, aber es muss…

Immerhin ist es nun auch schon Spätsommer. Die Hitzewelle, der viele Schweiß und die Atemlosigkeit scheinen der Vergangenheit anzugehören und ich kann mich endlich auf die kommenden, schwer melancholisch und herbstlich geprägten Wochen (Monate?!) vorbereiten.

(Zum Anhören der einzelnen Titel muss man übrigens nur die jeweiligen Links öffnen):

1.  Death by Chocolate/ Tell me what you see

2.  Liza Flume/ Sleepless Nights

3.  Screamin‘ Jay Hawkins/ Whistling Past The Graveyard

4.  The Strokes/ Chances

5. Aretha Franklin/ You are my sunshine

6. Lary/ System

7.  Erlend Øye/ La Prima Estate

8. Austra/  Beat and the Pulse

9. Les Négresses Vertes / Face à la Mer (Massive Attack Remix)

10. Rebeka/ Melancholia

11. Youth Lagoon/ Posters

12. Ladyhawke/  Blue Eyes

13. De la Romance / Something

14. Oshen/ „en miettes“

15.  Nouvelle Vague/ Eisbär

16. Kim Deal/ Are you mine?